Danish Designer


Poul Henningsen (1894 – 1967) prägte deutlich das kulturelle Leben in Dänemark zwischen 1918 und 1933. Als Architekt war er einer der größten Anhänger und Verfechter des Funktionalismus. Als Designer erlangte er Weltruhm. 1925 entwarf Poul Henningsen, abgekürzt PH, den Lampenklassiker schlechthin, die PH-Lampe. Diese wurde auf der Weltausstellung in Paris im gleichen Jahr ausgezeichnet. Noch heute gehört die PH-Lampe zur meistverkauften Lampe. Mittlerweile gibt es mehr als 100 unterschiedliche Designs. Größtenteils verantwortlich für den Erfolg zeichnet sich die Zusammenarbeit von Henningsen mit dem Lampenfabrikant Louis Poulsen. Dieser produzierte die Lampe und verhalf ihr mit seinen geschickten Marketingstrategien zum dauerhaften weltweiten Erfolg. Das dänische Unternehmen Louis Poulsen ist weiterhin der führende Hersteller der PH-Lampe.

Ein Pionier der skandinavischen Baukunst war der Däne Arne Jacobson (1902 – 1971). Sein Stil: Der moderne Funktionalismus, der sich durch eine klare an Geometrie und Material orientierte Sprache auszeichnete. International gilt Jacobson nach wie vor als der bedeutendste Architekt und Designer Dänemarks im 20. Jahrhundert. Jacobsen stand in seinen Prinzipien und Ideen Mies van der Rohe und der Bauhausbewegung sehr nahe. Er gestaltete unter anderem, das erste Designhotel der Welt, das SAS Royal Hotel sowie die dänische Nationalbank in Kopenhagen. Als Designer bevorzugte Arne Jacobson organische Formen. Auch seine Designobjekte folgten weiterhin der klaren und reduzierten Formsprache, wiesen aber einen Hauch abstrakter Kunst auf. In den 1950er Jahren entwarf Jacobson einige seiner berühmtesten Sitzmöbel. Den Ei-Sessel sowie den Schwan-Sessel für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen, den Ameisenstuhl sowie die Serie 7. Seit den 50er Jahren hat sich der Stuhl Serie 7 weit über fünf Millionen Mal verkauft und steht auf Platz eins der Rangliste der meistverkauften Stühle weltweit.

Der sicherlich bekannteste Silberschmied und Künstler Dänemarks ist Georg Arthur Jensen (1866 – 1935). Jensen hat maßgeblich mit seinen Arbeiten den Stil des Industriedesigns in Skandinavien geprägt. Seine Schmiedearbeiten waren ganz dem funktionellen Stil verschrieben. Jensen begründete die renommierte Silberfirma Georg Jensen Sølvsmedie. Bereits 1924 eröffnete er eine Filiale in der berühmten New Yorker Fifth Avenue. Heute ist die Silberschmiede ein Teil der Royal Scandinavian Group.

Dänemark kann nicht nur hervorragende Architekten und Designer vorweisen. Viele dänische Unternehmen entwerfen und produzieren Produkte der Spitzenklasse und haben so manche Klassiker und Kultobjekte erschaffen. Zu nennen wäre hier zuerst der Spielzeugklassiker, die weltberühmten Legosteine. Das Wort Lego ist dänischen Ursprungs und bedeutet übersetzt „spiel gut“. Dank des Baukastensystems aus Kunststoff lassen sich mit den Legosteinen die unterschiedlichsten Modelle von Dingen erbauen und teils detailgetreu nachbilden. Der Tischlermeister Ole Kirk Christiansen erfand 1934 den Namen Lego und bereits 1949 wurden die Legosteine auf den Markt gebracht. Nach wie vor sind Legosteine ein beliebtes Spielzeug für alle Altersgruppen.

Das dänische Unternehmen Bang & Olufson steht für designschöne und hochwertige Produkte in der Unterhaltungselektronik. Das stets klare und außergewöhnliche Design wird bei diesem renommierten Unternehmen immer mit einfacher Bedienbarkeit und herausragendem Service verbunden. Peter Bang und Svend Olufsen gründeten die Firma 1925 und brachten als erstes Produkt den Eliminator auf den Markt. Dieser verhalf dem Radio zum Stromnetzbetrieb. Ab den 1950er Jahren rückte das Design der Produkte in den Fokus. Das Motto „weniger ist mehr“ zog in die Firmenphilosophie von B & O und verschaffte dem Unternehmen einen Nischenplatz in der Branche. Produktklassiker wie der Beomaster 1200 und 300 aus dem Jahre 1972, das Beosystem 6000 von 1975 oder der Beolab 6000 von 1993 gehören mittlerweile als Exponate zur permanenten Sammlung im Museum of Modern Art in New York.

Letztendlich sollte die Firma Bodum nicht vergessen werden. 1944 von Peter Bodum gegründet, importierte diese zunächst Glaswaren aus Osteuropa. Das erste eigene Bodum-Produkt, der Santos Kaffeemacher, kam 1958 heraus. Als Verkaufsschlager entwickelte sich die Bistrokanne. Ein absoluter Bodum-Klassiker. Dieses Produkt aus dem Hause Bodum verdeutlicht gleichzeitig die Philosophie der Firma, diese wie folgt lautet: Schönes Design sollte möglichst einfach und funktional sein und darf keineswegs zu viel kosten. Der jahrelange Erfolg des Unternehmens gibt der Philosophie eindeutig Recht.