Danish Design

Dänisches Design – Zeitlosschöne Produkte für die Ewigkeit

Dänisches Design zeichnet sich vor allem durch Schlichtheit und Zeitlosigkeit aus. Hohe Qualität und Funktionalität runden das Bild ab. Produkte aus Dänemark stehen genau für diese Kriterien. Dänisches Design setzt nach wie vor Standards - in allen Lebensbereichen.

Das so genannte „Dansk Design“ wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begründet und schaffte in den 1960er Jahren den internationalen Durchbruch. Die traditionelle und enge Verbindung zwischen Architektur, Design und Handwerk ist typisch für diese Designrichtung. Ebenso die Kombination aus Funktionalität und ästhetik. Dänisches Handwerk und Kunsthandwerk sowie dänische Architektur und Designprodukte offenbaren deutlich die Vorliebe der Dänen für formschöne und funktionelle Dinge.

Das dänische Handwerk besitzt eine lange Tradition und spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte des Landes. Denn genau durch dieses konnte sich das nördlich in Europa gelegene Königreich wirtschaftlich behaupten. In Dänemark spezialisierten sich vor allem die Handwerker auf Gegenstände, die aus hochwertigem Material anzufertigen und zudem leicht zu produzieren waren. Besonders die Porzellanfabrik des dänischen Könighauses spielte eine entscheidende Rolle für den wirtschaftlichen Aufschwung sowie für den weltweiten Siegeszug des dänischen Designs. Die „Kongelige Porcelainsfabrik“ wurde 1775 begründet. Dort wurde unter anderem das weltberühmte Service „Flora Danica“ entworfen und hergestellt. Auf diesem ist die gesamte dänische Pflanzenwelt abgebildet. Ebenso berühmt wie die Flora Danica-Serie und noch immer ein Verkaufsschlager ist das wunderschöne und weltbekannte Service mit Muschelmotiven. In Kopenhagens Innstadt, am Amagertorv, können sich Interessierte über die Geschichte des Royal Copenhagen informieren und sogar an Einführungskursen für Porzellanmalerei teilnehmen.

In der Architektur und im Möbel- und Objektdesign besitzt Dänemark nach wie vor eine Vorreiterrolle. Somit ist die dänische Designrichtung weltweit einzigartig und für die allgemeine Entwicklung der Designgeschichte von größter Bedeutung. Der westliche Wohnstil des 20. Jahrhunderts wurde maßgeblich von dänischen Designern beeinflusst und nachhaltig geprägt. Unkonventionell, klar, funktional und unaufdringlich - so könnte man den dänischen Designstil auf den Punkt gebracht umschreiben.

Innerhalb dieser Richtung gibt es unzählige ausgezeichnete Designer unterschiedlichster Couleur. Einer der vielleicht bedeutendsten Designer Dänemarks aus dem 20. Jahrhundert ist Poul Henningsen (1894 – 1967). Henningsen war der Verfechter des Funktionalismus und Begründer der theoretischen Grundlage des Funktionalismus im dänischen Design. Sein Vermächtnis ist unter anderem die formschöne und praktische PH-Lampe. Poul Henningsen, von den Dänen nur kurz PH genannt, entwarf für den dänischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris 1925 jene PH-Lampe. Diese überzeugte durch schlichtes Design, kostengünstige Herstellung und optimale Ausnutzung der Lichtstärke. Die PH-Lampe wurde auf der Weltausstellung ausgezeichnet und ist heute nicht mehr aus dem Wohnalltag wegzudenken. Dieser Lampen-Klassiker beleuchtet zum Beispiel den See des Vergnügungspark Tivoli in Kopenhagen. Weitere berühmte Namen dänischer Designer und Architekten: Arne Jakobsen, Fritz Hansen, Verner Panton und Georg Jensen.

Fast jedem ist die einzigartige und schlichte Stelton-Thermoskanne von Erik Magnussen ein Begriff. Ebenso der berühmte Ameisenstuhl von Arne Jakobsen. Oder der berühmt berüchtigte Chair von Hans J. Wegner, der in der Präsidentschaftswahl im TV-Duell zwischen Richard Nixon und John F. Kennedy 1961 einen besonderen Platz in der Weltgeschichte einnahm. Im dänischen Kunstindustriemuseum in der Bredgade in Kopenhagen sind all diese geschichtsträchtigen Exponate ausgestellt. Dort findet sich auch die größte Sammlung dänischer Möbelklassiker des letzten Jahrhunderts. Für Designstudenten und alle Interessierten eine spannende Zeitreise durch die Designgeschichte des Landes.

Ein Muss für alle Fans des dänischen Designs ist das dänische Design Center im bekannten und berühmten Hightech-Bauwerk von Henning Larsen. Dort befindet sich der erste Stuhl, der aus nur einem Stück Plastik gefertigt wurde. Dessen Erfinder ist Verner Panton. Panton ist eindeutig der experimentierfreudigste Designer Dänemarks. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckte er Pop und Plastik für sich. Musikrichtung und Material fanden von nun an Einzug in seine Entwürfe. Farbige Liegeflächen und Sitzlandschaften sind unter anderem sein Markenzeichen. Neben wechselnden Sonderausstellungen hütet das Design Center im Kellergang des Hauses ganz exquisite Stücke des dänischen Industrieproduktdesigns. Beispielsweise den Vipp-Mülleimer, Legosteine und Hi-Fi-Elemete des renommierten dänischen Elektronikunternehmens Bang & Olufsen.

Einen besonderen Stellenwert nimmt die dänische Architektur ein. Diese steht vor allem für höchstes Qualitätsbewusstsein. So ist es nicht verwunderlich, dass sich das erste Design-Hotel der Welt in Kopenhagen befindet. Das SAS Royal Hotel wurde 1960 von dem berühmten dänischen Architekten Arne Jacobson gestaltet. Im Restaurant des Hotels wird noch mit dem Originalbesteck, welches Jacobson entworfen hat, gegessen. Interessant ist auch, einen Abstecher zum Kunstmuseum Trapholt in Kolding zu machen. Dort kann beispielsweise das Sommerhaus des Architekten Arne Jacobsen besichtigt werden.
Neben den Pionieren des dänischen Designs hat sich in den letzten Jahren eine junge dänische Szene aus Architekten und Designern, die sogenannten jungen Wilden, etabliert. Auch diese setzen weiterhin auf Originalität und funktionale ästhetik. Jedoch stehen innovative Konzepte und Objekte, eingebettet im heutigen Zeitgeist, im Mittelpunkt ihres Schaffens.